

Mit Windows 11 hat Microsoft die technischen Anforderungen deutlich angezogen: moderne Prozessoren, TPM 2.0, bestimmte Sicherheitsfunktionen sowie mindestens 4 GB RAM und ausreichend Speicherplatz. Viele Büro PCs und Notebooks, die technisch völlig in Ordnung sind, fallen alleine wegen CPU Generation oder fehlendem TPM durch diese Prüfung.
In der Praxis führt das dazu, dass Unternehmen, Vereine und öffentliche Einrichtungen massenhaft Geräte austauschen, obwohl diese im Alltag für Office Arbeiten, Web, E Mail oder Remote Zugriffe noch bestens geeignet wären. „Wir sehen bei Kundinnen und Kunden immer wieder Rechner, die unter Windows an ihre Grenzen kommen, unter Linux aber noch einmal richtig aufblühen“, sagt Pascal Reinheimer, Geschäftsführer von reinheimer systemloesungen.
Elektroschrott ist längst ein globales Umweltproblem. Weltweit fallen jedes Jahr zig Millionen Tonnen an Altgeräten an, von denen nur ein Teil wiederverwendet oder recycelt wird. In Deutschland werden nach wie vor deutlich weniger als die von der EU geforderten 65 Prozent der Altgeräte ordnungsgemäß gesammelt.
Dabei spart jedes wiederverwendete Gerät Rohstoffe, Energie und Emissionen, die sonst für Produktion und Transport neuer Hardware anfallen würden. „Jeder PC, der nicht im Container landet, sondern noch ein paar Jahre sinnvolle Arbeit leistet, ist ein kleiner Beitrag zum Klimaschutz“, bringt es Pascal Reinheimer auf den Punkt.
Linux Distributionen wie Ubuntu, Linux Mint oder leichte Varianten wie Xubuntu sind für viele ältere PCs ideal geeignet. Schon Dual Core Prozessoren und 2 bis 4 GB RAM reichen oft aus, um typische Büro Aufgaben flüssig zu erledigen.
Für besonders betagte Geräte gibt es spezialisierte Altgeräte Linux Varianten, die noch sparsamer mit Ressourcen umgehen und trotzdem aktuelle Sicherheitsupdates erhalten. „Viele sind überrascht, wie schnell sich ein zwölf Jahre alter Rechner mit Linux anfühlen kann“, berichtet Pascal Reinheimer.
Gerade in Städten mit lebendigem Vereinsleben, kleineren Unternehmen und Bildungseinrichtungen, etwa in Gießen, Fulda oder Marburg, liegen hier große Chancen. Schulen können alte PCs für Informatikräume wieder nutzbar machen, Vereine ihren Mitgliedern günstige Arbeitsplätze anbieten, kleine Firmen in Kassel oder Wiesbaden ihre IT Kosten senken und trotzdem sicher arbeiten.
Die 20 größten Städte in Hessen bieten viele solcher Einsatzfelder, von Frankfurt am Main, Wiesbaden und Kassel über Darmstadt, Offenbach am Main und Hanau bis hin zu Gießen, Marburg, Fulda, Rüsselsheim am Main, Bad Homburg vor der Höhe, Wetzlar, Rodgau, Langen (Hessen), Eschborn, Dreieich, Hofheim am Taunus, Neu Isenburg, Limburg an der Lahn und Maintal. Überall dort gibt es Organisationen, die vor der Frage stehen, ob alte Rechner in den Müll wandern oder noch sinnvoll genutzt werden können.
Für IT Systemhäuser ist dieses Thema mehr als ein technisches Detail, es ist eine strategische Chance. Sie können Bestände analysieren, Rechner in „Windows 11 geeignet“ und „ideal für Linux“ einteilen, Migrationskonzepte entwickeln und die Umsetzung begleiten.
Dazu gehören die Auswahl passender Linux Distributionen, Einrichtung von Office Paketen, Einbindung in Netzwerke, Backup Konzepte und Security Einstellungen. „Unser Ziel ist, dass unsere Kundinnen und Kunden nicht über Betriebssysteme nachdenken müssen, sondern einfach produktiv arbeiten, auf Hardware, die zu ihren Aufgaben passt“, betont Pascal Reinheimer.
Technische Lösungen sind wichtig, aber nicht alles. Wer von Windows auf Linux umsteigt oder alte Geräte weiter nutzt, sollte die Mitarbeitenden und Mitglieder aktiv mitnehmen. Dazu gehören kurze Einführungen, verständliche Anleitungen und klare Zuständigkeiten für Support und Fragen.
Die Sensibilisierung kann durch Datenschutzbeauftragte, externe Trainer, Programme von Cyber Versicherungen oder spezialisierte Dienstleister erfolgen. „Wir merken, wie viel Ruhe in Projekte kommt, wenn die Menschen wissen, warum wir etwas tun und welche Vorteile das für sie hat“, sagt Pascal Reinheimer.
Windows 11 führt dazu, dass viele Rechner formal als „zu alt“ gelten, obwohl sie mit Linux noch lange gute Dienste leisten können. Wer bewusst entscheidet, welche Geräte wirklich ersetzt werden müssen und welche mit einem neuen System weiterlaufen, spart Geld, schont Ressourcen und reduziert den wachsenden Berg an Elektroschrott.
„Nachhaltige IT heißt für uns, erst dann über Neuanschaffungen zu sprechen, wenn die vorhandene Hardware ihre Aufgaben wirklich nicht mehr erfüllen kann“, fasst Pascal Reinheimer zusammen.