
36 Prozent aller Deutschen wollten bereits im vergangenen Jahr eine digitale Auszeit nehmen, so Umfragedaten des Branchenverbandes BITKOM. Via. Der Umfrage nach haben 15 Prozent, die sich das vorgenommen hatten, ihr Vorhaben aber erfolglos abgebrochen. In einem Artikel über den Digital Detox gibt Heise zwei sehr simple Tipps, wie das „digitale Fasten“ wenigstens ein bisschen gelingen kann:
„Wer sein Smartphone bewusster nutzen will, sollte sich messbare und realistische Ziele setzen.“ Und: „Wirksamer als Zeitlimits und Sperr-Apps ist häufig physischer Abstand zum Smartphone.“ Via. Die Realität ist oft eine andere!
Digitale Arbeit am Bildschirm ist im Arbeitsleben nicht mehr wegzudenken. Doch auch das Freizeitverhalten spielt eine große Rolle. Altersübergreifend schauen nach Umfragezahlen der Unternehmensberatung Deloitte 46 Prozent „sofort nach dem Aufwachen auf ihr Smartphone“. Als ob sich die Welt nicht auch ohne diesen Blick weiterdrehen würde. Unter den 18- bis 34-Jährigen sind es sogar 68 Prozent! Und drei von zehn Befragten haben ihr Handy auch beim Essen stets auf dem Tisch liegen. Gleichzeitig ahnt fast jeder zweite Befragte: Ich nutze mein Smartphone „wahrscheinlich“ oder sogar „definitiv zu viel“.
Sie alle werden die Folgen langer Sitzungen vor dem Bildschirm kennen. Verspannungen und das Gefühl müder Augen. Doch es können auch sehr viel weitreichendere Probleme auftauchen! Durchblutungsstörungen, Bandscheibenprobleme, Übergewicht, möglicherweise Schlafstörungen als Folge des blauen Lichtes, das von Bildschirmen ausgeht. Die Studienlage zum „blauen Licht“ ist nach dieser Quelle hier aber nicht eindeutig.
Dass sich wenig bewegt, wer starr vor dem Bildschirm oder mit dem Handy auf dem Sofa lümmelt, dürfte allerdings unbestritten sein. Gesundheitsfolgen könnten hier Übergewicht und mögliche Folgeerkrankungen wie Diabetes sein. Anhaltspunkte bietet dieser wissenschaftliche Artikel, der sich mit „Wirkungen digitaler Medien auf die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen mit Schwerpunkt auf dem Verzehr ungesunder Lebensmittel“ beschäftigt. Die Couch-Potatoes werden beim Konsum digitaler Medien nämlich noch gezielt mit Werbung für Snacks berieselt.
Und dann wäre da noch das bereits erwähnte „Office-Eye-Syndrom“. Dieser Begriff stellt keine medizinische Diagnose dar, sondern beschreibt summarisch Augenbeschwerden, die bei konzentrierter und längerer Bildschirmarbeit auftreten – beispielweise trockene, brennende oder gerötete Augen, Fremdkörpergefühl, Lichtempfindlichkeit, verschwommenes Sehen sowie Kopfschmerzen und Müdigkeit. Via. Was tun dagegen? Tipps finden sich hier. Auszugsweise:
Quelle und mehr Informationen: Artemis Augenkliniken und med. Versorgungszentren.
Nach unseren Erfahrungen ist es auch hilfreich, regelmäßig den Blick vom Bildschirm zu lösen und etwas in der Ferne zu fokussieren.
Das vom ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft herausgegebene Wissenschafts-Magazin WERKWANDEL hat sich damit befasst und gibt unter anderem folgende Empfehlungen – hier zusammengefasst:
Übertriebener Bildschirmkonsum kann laut Deutschem Ärzteblatt „Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten sowie Empathieverlust“ verursachen.
Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) hat unter Beteiligung der Universität Witten/Herdecke eine Leitlinie mit nach Altersgruppen gestaffelten Empfehlungen zu Bildschirmzeiten (Fernsehen über den Computer bis zur Internetnutzung per Smartphone) erarbeitet. In Kürze:
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Deloitte-Studie: Smartphone-Nutzung 2024 – Sehnsucht nach Digital Detox
Fachdienst Heise: Digital Detox. Die Smartphone-Sucht in den Griff kriegen (Paywall!)
Digital Detox: Über ein Drittel plant im neuen Jahr eine digitale Auszeit
Stuttgarter Zeitung: Wo finde ich meine Bildschirmzeit? (Android & Apple)
Magazin WERKWANDEL: Digital Detox oder besser Digital Flexitox?
Wirkung von blauem Licht: Was ist der Stand der Forschung?
Deutsches Ärzteblatt: Leitlinie für Bildschirmzeiten: Begrenzung nach Altersstufen